Eine Saison im Rückspiegel – Bilanz einer halben Saison Challenge Tour

Seit dem Rolex Challenge Tour Grand Final sind nun bereits ein paar Wochen vergangen, genug Zeit, um die Saison nun mit etwas Abstand zu analysieren.

Das Finale an sich war nicht meine Woche, irgendwie war der Tank schon etwas leer. Das mag etwas seltsam klingen, aber hier muss ich ehrlich zu mir sein. Natürlich wäre mit einer Top-3-Platzierung noch eine Tourkarte möglich gewesen, aber das war einfach ein sehr unrealistisches Ziel. Dazu war das Wetter in Mallorca in dieser Woche wirklich zach:

Vom Winde verweht, beschreibt es wohl am besten. Mit Runden von 73-70-72-73 habe ich schlussendlich den 33. Platz erreicht und am Ende Rang 37 im Rahmen der Road to Mallorca.

Eine sensationelle Leistung hat Lukas Nemecz bei diesem Turnier und während der gesamten Saison geboten. Die European Tourkarte für 2022 ist mehr als verdient, herzliche Gratulation dazu. Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle aber vor allem auch bei meinem Team, das mich in Mallorca unterstützt hat: meine Freundin Rita, mein Caddie Clemens, mein Coach Dominic, mein Vater, Horst Fehringer, Korbinian Schleich und Gary Stangl. Es war ein sehr gutes Gefühl, so viel Unterstützung beim Finale zu haben.

Erste Hälfte der Halbsaison mit großartigen Ergebnissen

Bei der Pressekonferenz am 28. Mai war ich sehr optimistisch, aber dennoch sehr unsicher, was mich auf der Challenge Tour erwartet. Zu diesem Zeitpunkt waren für heuer 8 Turnierstarts – durch Einladungen – auf der Challenge Tour geplant.

Die ersten Wochen sind extrem gut gelaufen und die Platzierungen 29 – 9 – 4 – 18 haben mir sofort Vertrauen in meine Stärke gegeben. Vor allem der 4. Platz in der Bretagne hat mir gezeigt, dass ich in einer guten Woche ganz vorne dabei sein kann. Die nächsten vier Turniere erreichte ich die Plätze 52 – 25 – 21 – 2 und nach acht Turnieren standen acht geschaffte Cuts und drei Top-10-Platzierungen auf der Habenseite.

Damit war ich bereits auf Platz 24 bei der Road to Mallorca und das Ziel für heuer, eine volle Tourkarte für die Saison 2022, war bereits erreicht. In diesem Moment denkt man da natürlich an die Erreichung der European Tourkarte und ich denke, ab diesem Moment sind zwei Dinge passiert:

1) waren die Gedanken an die European Tour Karte sehr stark ausgeprägt und das, obwohl das mit einem Einstieg im Juni praktisch unmöglich ist und 2) habe ich bereits die Anzahl der Turniere ein wenig gespürt. Das möchte ich näher erklären: Als Amateur spielt man rund 15 Turnier im Jahr und da pickt man sich rund 3-4 Highlights heraus.  Auf der Challenge Tour ist jede Woche – vor allem, wenn man von Einladungen abhängig ist – ein Highlight. Das ist eine mentale und physische Anstrengung, die ich in dieser Dimension noch nicht kannte.

Zweite Hälfte mit guten Leistungen und auch Rückschlägen

Die zweite Hälfte war ein wenig durchwachsen und es schlichen sich auch die ersten fehlerhaften Turniere ein. Die Platzierungen 53 – no Cut – 20 – 15 – 61 – 34 – no Cut – 33 zeigen ganz klar, dass es hier härter wurde und die oben angeführten Dinge mitgespielt haben. Manchmal hatte ich auch ein wenig Pech mit dem Draw, aber unterm Strich war die zweite Hälfte einfach nicht mehr so gut. Vielleicht habe ich mir auch ein wenig zu viel Druck gemacht, das Unmögliche doch noch zu schaffen.

Resümee dennoch ausschließlich positiv

In Summe ist das aber ein wenig Sudern auf sehr hohem Niveau. Hätte ich vor meinem ersten Start auf der Challenge Tour diese Ergebnisse angeboten bekommen, ich hätte sie sicher genommen. Sich unter den Top-45 für das Finale auf Mallorca zu qualifizieren war mehr, als ich mir erhofft hatte. Die Top-70 und damit eine fixe Tourkarte für 2022 waren das große Ziel. Das ermöglicht mir, die ganze Saison 2022 durchzuplanen und alle Turniere zu spielen. Das ist ein wichtiger und großer Schritt und das war das Ziel. Daher bin ich unterm Strich sehr zufrieden und froh, den Weg ins Profilager gewagt zu haben.

Ausblick für die nächsten Wochen

Mittlerweile habe ich mein Fitnesstraining bereits wieder gestartet und meine spezifischen Tests absolviert. Das ist nun der wichtigste Teil: Körperlich die Basis zu schaffen, um 2022 gleich von Beginn weg angreifen zu können. Natürlich startet dann auch bald wieder das golfspezifische Training, hier muss ich die Entwicklungen der Pandemie abwarten, um einen Ort für das Training zu finden. Im letzten Winter war ich in Dubai, das wäre auch heuer wieder der Plan. Darüber werde ich euch auf dem Laufenden halten.

Abschließend möchte ich mich bei meinen Partnern und meinem Team für die Unterstützung bedanken. Dieser Support hat mir diese so erfolgreiche Saison erst ermöglich, vielen Dank dafür!

In diesem Sinne: Habt eine schöne Adventzeit und wir lesen uns bald wieder!

Euer

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